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Emu
Der Emu (Dromaius novaehollandiae) ist nach dem afrikanischen Strauß der zweitgrößte noch lebende Vogel der Erde und erreicht eine Körperhöhe von 1,50 bis 1,90 Metern. Dieser flugunfähige Laufvogel zeichnet sich durch sein zotteliges, graubraunes Gefieder und seine extrem langen, kräftigen Beine aus. Mit diesen ist er nicht nur in der Lage, weite Strecken zurückzulegen, sondern kann auch Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen. Emus sind anpassungsfähige Allesfresser; auf ihrem Speiseplan stehen vorwiegend Gräser, Samen und Früchte, aber auch Insekten. Eine bemerkenswerte Besonderheit ist das Brutverhalten: Das Männchen übernimmt allein die mehrwöchige Brut der großen, dunkelgrünen Eier und ist im Anschluss auch alleinig für die Aufzucht und den Schutz der Küken verantwortlich. Der Emu kommt endemisch in Australien vor und besiedelt dort unterschiedlichste Lebensräume, von Eukalyptuswäldern bis hin zu trockenen Savannen.

Kea
Der Kea (Nestor notabilis) ist eine auffällige Papageienart, die eine Körperlänge von etwa 46 bis 50 Zentimetern erreicht. Er zeichnet sich durch sein überwiegend olivgrünes Gefieder aus, das im Flug leuchtend orangefarbene Unterflügel und eine bläuliche Schwanzunterseite enthüllt. Als weltweit einziger alpiner Papagei gilt der Kea als außergewöhnlich intelligent, neugierig und verspielt. Genau diese Eigenschaften führen in seiner Heimat oft dazu, dass er Wanderer und Autofahrer regelrecht ärgert: Mit großer Vorliebe untersucht er unbeaufsichtigte Rucksäcke oder nutzt seinen kräftigen, stark gebogenen Oberschnabel, um Gummidichtungen und Scheibenwischer an parkenden Autos systematisch zu zerlegen. Seine Nahrung ist äußerst vielseitig; als anpassungsfähiger Allesfresser ernährt er sich von Blättern, Beeren und Nektar, verschmäht aber auch Insekten und Aas nicht. Der Kea kommt endemisch auf der Südinsel Neuseelands vor, wo er bevorzugt in rauen Gebirgsregionen, Wäldern und alpinen Landschaften oberhalb der Baumgrenze lebt.

Kakadu
Kakadus (Cacatuidae) bilden eine Familie der Papageien, die je nach Art eine Körperlänge von 30 bis 70 Zentimetern erreichen. Ihr auffälligstes und charakteristischstes Merkmal ist die bewegliche Federhaube auf dem Kopf, die sie je nach Gemütszustand – etwa bei Aufregung, Neugier oder zur Warnung – aufstellen können. Ihr Gefieder ist im Gegensatz zu vielen anderen Papageien weniger farbenfroh und meist von weißen, grauen, schwarzen oder rosafarbenen Tönen dominiert. Kakadus gelten als extrem intelligent, sehr sozial und überaus kommunikativ, weshalb sie in freier Wildbahn oft in großen, lauten Schwärmen leben. Mit ihrem massiven, kräftigen Schnabel können sie problemlos extrem harte Nüsse und Samen knacken, welche neben Früchten, Blüten, Wurzeln und gelegentlich Insekten ihren Hauptspeiseplan bilden. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kakadus ist die australasiatische Region und reicht von Australien über Neuguinea bis zu den Philippinen und Teilen Indonesiens.

Zwergscharbe
Die Zwergscharbe (Microcarbo pygmaeus) ist der kleinste Vertreter der Kormorane in Europa und erreicht eine Körperlänge von 45 bis 55 Zentimetern. Ihr Gefieder ist überwiegend dunkel bis schwarz gefärbt und glänzt im Prachtkleid oft metallisch grünlich oder rötlich, verziert mit feinen, weißen Tupfen. Charakteristisch sind ihr im Vergleich zu anderen Kormoranen eher kurzer, kräftiger Schnabel und der verhältnismäßig lange Schwanz. Wie alle Scharben ist sie ein ausgezeichneter Taucher und jagt unter Wasser geschickt nach ihrer Hauptnahrung, die überwiegend aus kleinen Fischen besteht. Da ihr Gefieder nicht vollständig wasserabweisend ist, kann man die Zwergscharbe häufig dabei beobachten, wie sie mit weit ausgebreiteten Flügeln auf Ästen oder Pfählen in der Sonne sitzt, um sich zu trocknen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vorwiegend über Südosteuropa, den Nahen Osten bis nach Zentralasien, wo sie als Lebensraum dicht bewachsene Feuchtgebiete, flache Seen und langsam fließende Flüsse mit Schilfbeständen und Bäumen bevorzugt.

Inka-Seeschwalbe
Die Inka-Seeschwalbe (Larosterna inca) ist ein unverwechselbarer Meeresvogel mit einer Körperlänge von etwa 40 Zentimetern. Ihr auffälligstes Merkmal ist der leuchtend rote Schnabel, der zusammen mit den roten Beinen einen starken Kontrast zum schiefergrauen Gefieder bildet. Zudem ziert ein markanter, weißer und gezwirbelter Federbart beide Seiten ihres Kopfes. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Schwarmfischen wie Sardellen, die sie im geschickten Sturzflug dicht unter der Wasseroberfläche erbeutet. Häufig profitiert sie dabei von jagenden Seelöwen oder Delfinen, indem sie die von diesen Meeressäugern an die Oberfläche getriebenen Fische schnappt. Die Inka-Seeschwalbe ist an den felsigen Küsten von Peru und Chile beheimatet und stark an den kalten, nährstoffreichen Humboldtstrom gebunden. Ihre Nester baut sie bevorzugt gut geschützt in tiefen Felsspalten, Klippenhöhlen oder auch in verlassenen Bruthöhlen von Humboldt-Pinguinen.

Pfautruthahn
Der Pfauentruthahn (Meleagris ocellata) ist eine besonders farbenprächtige Vogelart, die eine Körperlänge von 70 bis 90 Zentimetern erreicht. Er zeichnet sich durch sein metallisch schillerndes Gefieder in Bronze-, Grün- und Blautönen aus. Sein markantestes Merkmal sind jedoch die namensgebenden, pfauenähnlichen „Augen“ (Ocellen) auf den Schwanzfedern. Der nackte, leuchtend blaue Kopf ist dicht mit auffälligen, orangefarbenen bis roten Warzen bedeckt, wobei die Männchen zur Balzzeit zusätzlich eine fleischige Krone auf dem Kopf ausbilden. Seine Nahrung sucht der Pfauentruthahn überwiegend am Boden; als Allesfresser ernährt er sich von Samen, Nüssen, Beeren, Blättern sowie Insekten. Um sich vor Raubtieren zu schützen, verbringt er die Nächte jedoch schlafend hoch oben im Geäst der Bäume. Der Pfauentruthahn hat ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet und kommt ausschließlich in den tropischen Wäldern und Lichtungen der Yucatán-Halbinsel in Mexiko, Belize sowie im nördlichen Guatemala vor. Besonders häufig hält er sich dort im Bereich antiker Maya-Ruinen auf, wo man ihn sehr leicht finden kann, da er gegenüber Touristen meist keinerlei Scheu zeigt.
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